theMesh A place in the middle of the bridge to nowhere

4Dec/0610

Abgesang

Das erste Gedicht einer vieleicht längeren Serie von Emily. :)

Er beobachtete den unbemerkten zartweißen Rauch der soeben ausgeblasenen Kerze,
welcher wie ein Band von reiner Seide jenseits der alles haltenden Schwerkraft zur Decke stieg,
um dort zu verschwinden.
Er schrieb den letzten Satz.
Den Satz der Erkenntnis, wie er in jedem Buch am Ende steht,
das Papier und Druckerschwärze letztendlich als solche erkannt und akzeptiert hatte.
Dann hob er den Kopf und sah durch das Fenster.
Er dachte an Schönheit und an Glück und daran,
wie eng beides verkettet war mit Sehnsucht.
Er lächelte um die Seele der Welt, die so bewundernswert vielfältig ist.
Die Klugheit will die Welt verstehen; die Weisheit derselben Seele.
Er kannte den Unterschied.
Er legte die Hände auf das Papier und bettete seinen Kopf darauf, um zu sterben.

Von Emily

Comments (10) Trackbacks (0)
  1. Nun ja, eigentlich zähle ich es eher zu Prosa …

  2. Jetzt sei mal nicht so pingelig ;)
    Willste ne eigene Kathegorie ?
    Wäre doch auch n überlegung wert ;)
    Die Sache ist, Prosa gibbet nicht so viel, deshalb klatsche ich das im mom hier mit rein ..

  3. Gefällt mir! :)

  4. Nun ja, ich habe dir doch einiges an Prosa geschickt …
    Und ich finde, ich habe durchaus das Recht, pingelig zu sein, da es meine Schriften sind und ich sie gern auch als das bezeichnet haben möchte, was sie sind. Alles, was nicht in Versform verfasst ist, zähle ich zu Prosa … Ist nicht bös gemeint … ehrlich …

  5. Übrigens würde ich etwas Kritik oder andere Bemerkungen sehr begrüßen … Ich möchte meinen Horizont ja noch etwas erweitern ;)
    Auch etwaige Fragen nehme ich gern entgegen :)

  6. Schon gut – das pingelig war eigenltich eher iropnisch gemeint..
    dachte, das merkste ;)

    Wie auch immer…

  7. Entschuldige … Ich bin bei Geschriebenem nie wirklich sicher, wie genau es gemeint ist … Tut mir leid …

  8. Ist shcon ok ;) Ich packe es zu den Geschichten.

  9. lol, ihr könnt reden^^

  10. Durch endlose Dürren geistiger Verkümmerung, banalen Geschreibsels und trivialen Gedankenspielen bin ich an meinem Ziel angekommen. Worte aufnehmen zu dürfen, die die Frische einer Quelle verströmen, die Tiefe eines Zeitalters erahnen lassen und die eine solche bewegende Traurigkeit ausstrahlen, dass es kein Danach geben kann.
    Wie wundervoll, dass ein Mensch mächtig ist, solche Worte niederzuschreiben. Emily, du hast ein grosses Talent. Es wird mir ein Vergnügen sein, dein Leben zu beobachten, zu erkennen, wie du aufsteigst, wie deine Worte steinerne Herzen erweichen, kalte Seelen erwärmen und auf ein verbittertes Gesicht ein Lächeln zaubern, auf dem der Abglanz der Jugend sich mit dem Wissen um die Vergänglichkeit umschlingt.
    Wer Ohren hat, der höre, und wer Sehen kann, der verstehe.


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