theMesh A place in the middle of the bridge to nowhere

11Mar/071

selfdestruction(deactivate);

X&Y im Gespräch über sich selbst...

  • X: Weißt du, was du häufig tust, wenn du nachdenkst?
  • Y: Ich rede nicht zu direkt?
  • X: ..Die Katze schleicht um den heißen Brei.. Was ist es, dass dich beschäftigt?
  • Y: Durch die Ansprüche, die ich an mich stelle, zerreisse ich mich selbst.
  • X: Nun, da du das weißt, was hast du vor?
  • Y: Ich will Ruhe und Frieden finden..
  • X: Und dabei versagst du dir selbst jede Ablenkung?
  • Y: Ja, ich habe das Gefühl, alles würde mich einengen..
  • X: Was wäre, wenn du es bist, der nur alles tun will?
  • Y: Es hieße auch, dass ich mir Dinge entsagen müsste, um zur Ruhe zu kommen.
  • X: Aber du brauchst auch Ablenkung, um dich nicht selbst kaputt zu machen!
  • Y: Ja, die brauche ich.
  • X: Lass mich dir erzählen, was es ist, warum du dir das Licht entziehst...
  • Y: Ich höre..
  • X: Du weißt, irgendwo in dir, dass du die anderen brauchst, und das sogar sehr.
  • Y: Natürlich, so war es schon immer..
  • X: Du willst leiden.
  • Y: Warum sollte ich das wollen?
  • X: Weil du eingesehen hast, dass du loslassen musst, von den großen Dingen, die du leisten wolltest, weil du diese nicht schaffen konntest und dich nicht selbst kaputt machen willst.
  • Y: Und deshalb will ich leiden?
  • X: Ja, weil du in einem kleinem Teil gehofft hast, etwas göttliches zu schaffen, auch wenn du dabei dein viel höher geschätztes Mensch sein verloren hättest. Und nun willst du dich für dein vermeintliches Versagen, das eigentlich Stärke ist, weil du ja für dich kämpfst, selbst bestrafen.
  • Y: Du willst also sagen, dass ich versuche, gegen die Hilfe anderer anzukämpfen?
  • X: Ja. Du willst anderen helfen, schaffst es aber schwer, dir helfen zu lassen.
  • Y: Weil ich dabei schon so oft verletzt wurde..
  • X: Nun, da du es weißt..
  • Y: Werde ich dagegen angehen.
  • X: Nur, dass es schwerer ist, es selbst zu erleben,
  • Y: als es von aussen zu sehen.
  • X: Das selbst Erlebte
  • Y: ist eben häufig die intensivste Erfahrung.
  • X: Es wird gewiss seine Zeit dauern, bis du wieder klar kommst?
  • Y: Ja, aber ich werde beim kehren der Straße auf das Stück sehen, an dem ich grade stehe, und nicht auf das, was in weiter Ferne liegt.
  • X: ..damit du die einzelnen, wichtigen Stellen gut gefegt bekommst, und nicht ausser Atem kommst, wie du es wärst, wenn du bis zum Ende hetzen würdest..
  • Y: Es gibt viel zu tun.
  • X: Ja, so ist es, aber du hast gute Begleitung, und bist nicht immer ganz so schwach, wie du glauben willst.
  • Y: Wir gehen also gemeinsam durch eine Welt.
  • X: Unsere Gedanken sind unsere Karte.
  • Y: Unsere Träume sind unser Kompass.
  • X: Unser Hunger ist unsere Liebe.
  • Y: Unser Durst ist unsere Sehnsucht.
  • X: Das Licht am Horizont ist unsere Hoffnung.
  • Y: ..und ist es weg, verschwinden wir.
  • X: ..und manchmal verschwinden wir auch einfach so.
  • Y: Und diese Gegenstände, die jeder von uns mit sicht trägt,
  • X: die nehmen wir mit, wenn wir verschwinden.
  • Y: Nur das Licht brauchen wir nicht mehr, es gehört den Lebenden.
  • X: genauso, wie wir dann nicht mehr wandern brauchen, und Frieden finden.
  • Y: Dafür kriegen wir das Buch, in dem all unsere Erinnerungen geschrieben stehen.
  • X: Wir gehen gemeinsam durch eine Welt,
  • Y: denn einer kann nie alles alleine tragen.
  • X: Deshalb schauen manche stärker auf die Karte, und manche mehr auf den Kompass.
  • Y: Jeder schaut anders auf seine Gegenstände..
  • X: Und wir gehen zusammen, damit wir uns erinnern können,
  • Y: das wir dem Licht folgen wollen, solange es geht,
  • X: ..und dass keiner stehen bleibt, und niemand stirbt.
  • Y: Wir gehen gemeinsam durch eine Welt.
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  1. …das bringt einen sehr zum Nachdenken…


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