Ein Jahr? Ein Tag?
Ein Freund war es, der mich fragte, wie es damals mit meiner ersten Liebe war.
Erinnerst du dich noch? Hier dann, was meine Antwort war.
Ein Jahr? Ein Tag?
Ein Frühling,
in dem der letzte Schnee des Winters schmilzt.
Ein Frühling,
in dem der Regen nachlässt, und dem Boden doch Nahrung gibt.
Ein Frühling,
in dem die Wolken den Himmel räumen, um Platz zu schaffen,
für die Sonne, deren erste Strahlen am Beginn dieses Tages wärme spenden,
die die ersten Pflanzen sich recken lässt, während sie langsam über den Horizonz steigt.
Ein Frühling,
in dem Zeit ist, zu wachsen, zu werden.Ein Sommer,
in dem die Vögel in den höchsten Bäumen singen.
Ein Sommer,
in dem alles in der Blüte seines Lebens steht.
Ein Sommer,
in dem wir durch endlose Felder wogenden Lebens ziehen,
während die Sonne im Zenit über uns steht,
und uns in ihrer stärksten Wärme nie schwinden wollende Energie schenkt.
Ein Sommer,
in dem Zeit ist, zum Leben, zum Sein.Ein Herbst,
in dem die Vögel gen Süden ziehen.
Ein Herbst,
in dem die Blütenblätter unserer Blumen langsam welk werden.
Ein Herbst,
in dem die Sonne mit ihrem schwindenden Licht
auch ihre Wärme zurückzieht,
und wir den jetzt braunen Blättern beim Fallen zusehen,
die sich zu einer Landschaft sammeln wollen,
während das Licht des Tages als glühender Feuerball
langsam in den stürmischen Fluten des Meeres versinkt, dem es einst auch entstieg.
Ein Herbst,
in dem Zeit ist, zum Abschied nehmen, zum loslassen.Ein Winter,
in dem die Tage wie unser Atem kürzer werden.
Ein Winter,
in dem die Ruhe einzug hält, in unserem Geist.
Ein Winter,
in dem ein von Wolken verhangener Mond Schneeflocken regnen lässt,
deren kalte, schneidende Kälte uns den Schmerz nimmt,
einen Schnitt macht, uns die Augen öffnet, für die einzigartigen, ewigen Momente,
die diese Schneeflocken in ihren spiegelnden, kantigen Eiskristallen für uns erhalten,
und in die Nacht unseres Bewusstseins schneiden.
Ein Winter,
in dem Zeit ist, platz zu machen, zu sterben.Ein Tag. Ein Jahr. Ein Leben.
Ein Gedanke. Ein Bewusstsein. Ein Geist.
Eine Seele. Ein Gefühl. Eine Ewigkeit.
Ein Leben. Ein Tod. Ein Traum.Eine gemeinsame Vielfalt,
eine vielfältige Gemeinsamkeit.
August 19th, 2007 - 19:59
schöhn geschrieben find ich die andere seite deines gesichts würd ich sagen.glg
August 20th, 2007 - 14:25
WOW! Das ist gut geworden. Und es passt echt zu dir.
September 9th, 2007 - 23:34
Das ist echt… wow… und so romantisch!
Ich hab das Gedicht echt gern.
Hab es erst jetzt gelesen, ich gehe manchmal einfach zu geizig mit meiner Zeit um…