Geschichte eines Wanderers
Auf dem Weg durch die Felder traf ich einen Mann des Weges wandern, der mir eine Geschichte erzählte..
Bringe mich zum Horizont,
und zeige mir den Weg, zur höchsten Citadelle,
zur Festung hinter den Wolken.
Zeige mir den Weg, zu den Pforten des Reiches,
dass hinter ihnen verborgen ist.
Ich will gehen, und das Leben auskosten.
Ich will diesen Weg hinauf nehmen, und die Treppen zum Himmel erklimmen.
Ich will meine Muskeln arbeiten spühren, wie sie mich langsam und sicher meinem Ziel näher bringen,
will die klare kalte Luft dieser Höhen mit meinem flachen Atem in dieser Höhe in meinen Lungen schneiden spüren.
Diese Luft wird meine Lungen formen.
Die klare Sicht von oben soll meine Augen schärfen,
ein Adler will ich sein, am Himmel, frei.
Ein Adler, der die Wärme der Sonne spürt, die auf seinen Rücken scheint.
Ein Adler, der in seinem Flug die Einzigartigkeit des Moments begreift, in dem er den Zenit überschreitet.
Ein Adler, der bemerkt, dass er nicht nur frei ist, sondern auch allein.
Ein Wanderer, der auf dem höchstem Punkt des Berges kehrt macht.
Jemand, der von oben herab sich die gewundene Treppe hinunterstürzt.
Durch die Wolken über dieser fallenden Gestalt bricht das Licht,
flimmernd im leichtem Regen, der die Welt in ein sanftes Schweigen hüllt.
Jemand, der in tiefen Zügen lebt, und in seinen starken Empfindungen doch so tief fällt.
In die tiefste Schlucht, in die Dunkelheit stößt es ihn.
Man erlebt ihn wie einen Tropfen Feuer, dass durch einen dunklen Schacht fällt,
so stark, so wild, sich selbst verzehrend.
Der Aufprall nimmt den Atem, zerschmettert die Glider.
Wirre Gedanken gehen langsam durch seinen Kopf.
Langsam wälzt sich sein gequälter Körper auf den Rücken.
Er schaut nach oben, wo er nur noch die dunklen Wolken sieht,
und nur noch ein leichter Schimmer zu erahnen ist.
Der Schmerz schlich sich an, beinahe als könnte man ihn kommen sehen,
blieb vor ihm stehen, fast als zögerte er.
Und noch während das Gesicht der Angst vor seinem Auge verblich,
began der Schmerz seinen Körper zu schütteln.
Die Zeit dort oben, sie scheint ihm so weit entfernt.
Fast, als war es nur ein Traum.
Und erst jetzt, als auch seine Erinnerungen starben,
spürte er, wie sehr er die Zeit in den Wolken wirklich liebte.
Und jetzt, da er alles verloren hatte, erkannte er.
Es fiel ihm schwer, seine Fehler einzugestehen,
noch schwerer, sich nicht selbst dafür zu hassen.
Er wünschte sich den Tod, nur so würde er Freiheit und Frieden wiederfinden.
Dass seine Welt jetzt zerbrechlich war, machte ihm Angst.
Er hatte Angst, zu verlieren.
Diese Angst war es, die ihm zeigte, wie viel Wertvoller alles war, jetzt,
wo die Wand zwischen Leben und Tod so dünn geworden war.
Er sah in allem Wachsendem schon den Keim des Verfallens und in jeder Geburt den nahenden Tod.
Er ging einst los, um das Leben auszukosten.
Nun lebte er mit mehr Farbe. Er lebte, und starb zugleich.
Sterben zu lernen hieß für ihn leben zu lernen.
Es gab nun für ihn kein Oben und Unten mehr, und die Schlucht war nicht mehr dunkel.
Er saß zwischen denen, die keine Hoffnung mehr kannten,
und erzählte ihnen die Geschichten von der Festung hinter den Wolken, irgendwo am Horizont.
Und wenn einer losging, und eine Treppe nach dort oben bauen wollte, sagte er ihm stets,
dass immernoch alles zu Gold würde.
January 15th, 2008 - 16:33
Wow, recht schwere Kost… aber es ist schön… cooler Inhalt, irgendwie… Weiter so! :)
January 22nd, 2008 - 14:30
*freu*…
du hast es reingestellt findsch schööööhn…xD
glg die isa