theMesh A place in the middle of the bridge to nowhere

2Jun/086

Ich bin es, ein Engel

Ein vermutlich seltsamer Text.. etwas Lang vieleicht.. in gewisser Hinsicht wohl auch ein Experiment.
Ist Kram von unterschiedlichen Stellen rein gekommen, unter anderem von hier:


Naja, hier dann das Geschriebene:

Es geht um ein Kind,
ein kleines Mädchen.
Seit sie sich erinnern kann,
ist sie allein.
Sie fühlte sich leer,
wie sie war, und es war nichts um sie herrum,
dass ihre Blicke einfangen konnte.
Und sie wusste es nicht.
Sie war schon immer so gewesen,
sie saß mitten im Nichts,
still und ohne Regungen,
mit geschlossenen Augen,
einem Stein gleich.
Und sie war all diese Zeit nicht unglücklich.
Sie wusste noch nicht, was glück war.
Irgendwann regte sich zarghaft ein Gedanke in ihr.
Sie dachte "Ich bin. Ich bin da. Wenn ich da bin, gibt es noch andere?".
Das war der Moment, in dem ihr bewusst wurde,
dass es um sie herrum nichts gab.
Und so fing sie an, zu träumen.
Es war egal, ob das, was sie träumte in ihr war,
oder um sie herrum, denn an beiden Seiten gab es nichts,
es war einerlei.
Sie träumte eine Welt, und sie wurde eine wahre Künstlerin.

Irgendwann, nachdem sie einige Geschichten geträumt hatte,
dachte sie sich, es wäre viel schöner,
gäbe es darin erstrebenswertes.
Sie brauchte jemanden, der mit ihr träumen würde,
etwas, dass sie auch nach Ewigkeiten noch wachhalten könnte,
für dass ihre Träume nie gut genug sein würden,
und immer noch besser gemacht werden konnten,
weswegen sie sich schämen konnte, sich hassen konnte,
und kurze Zeit später von allem begeistert sein konnte.
Sie brauchte etwas, das ihr sagte, das jedes Detail zählte,
dass ihr Herz schneller schlagen ließ, dass verrückte,
neue Ideen in ihrem Kopf wachsen ließ, und alles verändern konnte.
Etwas, wofür sie durch alle Meere schwimmen würde,
und auf jeden Berg klettern würde.
Jemand, mit dem sie ihre Träume, die von Liebe durchströmt sein würden, teilen würde.
Und so schuff sie ein Wesen, mit einem eigenem Bewusstsein,
und während sie es schuf,
merkte sie, wie die ersten Unterschiede entstanden.
Diese Unterschiede waren es, die als erstes ihre Träume besonders machten.
Seit sie mit ihm zusammen Träumen konnte, waren viele Dinge anders geworden.
Er zeigte Ihr Dinge, die sie allein nie erträumt hätte.
Mit ihm und diesen Unterschieden erst gab es Licht und Dunkelheit.
Und wie das Licht, erhellte das Träumen mit ihm ihren Geist.
Sie gab ihm deshalb den Namen Lichtbringer, er war ihr erster Engel,
und ihre Gefühle für ihn trugen den Namen des Lichts, dass sie ihm Brachte, und sie nannte es Liebe.
In ihren Träumen gab es nun mehr,
als einfache Regeln.
Es gab etwas, dass immer neues hervorbrachte,
etwas, dass sich jeder Beschreibung entzog.
Und irgendwann fingen sie an, die ersten Geschichten von Lebewesen zu träumen,
sie träumten Leben. Und in diesen Leben spiegelten sich alle ihre Gefühle, ihre Unterschiede wieder.

Ich beneide sie, sagte Lichtbringer zu ihr.
Ich beneide sie, diese Lebewesen, um ihre zerbrechlichkeit.
Ihnen ist alles wertvoller als mir,
denn sie können verlieren, was ihnen am wichtigsten ist.
Alles was ich habe, habe ich schon immer.
Ich kann nichts gewinnen, und nichts verlieren, musste niemals für etwas kämpfen.
Ich bin mir wertlos, nur hier, weil du mich geschaffen hast.
Alles, was du mir geschenkt hast - was konnte ich dir denn je dafür geben?

Aber du hast mir etwas gegeben, du hast mir das Licht gebracht.
Du musst für mich nichts erkämpfen, ich brauche nichts mehr, als dich,
du bist mir Grund genug, dass ich dir alles schenken mag.

Dann schenke mir diese Zerbrechlichkeit.
Schenke mir die Freiheit, mich auch einmal von dir abzuwenden.
Mit mir hast du die ersten Unterschiede geschaffen, nun lass dich mich kennen lernen.
Du wirst sehen, wenn wir ein wenig Entfernung zwischen uns haben,
werden wir einander ganz anders schön finden, werden wir uns verzehren.
Schaffe mehr, deiner Engel, sie sollen mich zurückholen.
Zeige es den Lebewesen, sie werden zwischen uns stehen.
Ich bin der Teil deines Traums, über den du keine Kontrolle mehr hast.
Du hast deine Macht über mich abgegeben, in deiner Liebe.
Ich bin der Teil deines Traums, der das Licht heller macht,
indem er dir Dunkelheit bringt. Ich werde dir deine Liebe so viel wertvoller machen,
wenn du mich dann noch lieben kannst, denn es wird Schmerz geben.
Ich bin der Teil deines Traums, der ein Albtraum wird,
der mit dem verzerrtem Gesicht eines Clowns im entscheidenden Moment alles zertrümmern will.
Sei da, und bewahre uns davor, bewahre uns davor,
und umarme mich in der Stunde, in der mein Leben schwindet,
mit deiner Liebe. Ich weiß, auf dich kann ich immer vertrauen.

Nachdem er gesprochen hatte, verschwand er,
auf einer leeren Ebene,
und nur ein paar leichte Fußspuren konnte man erkennen,
im Schnee, der sich auf der kalten, schwarzen Platte zu ihren Füßen sammelte.
Sie blieb an dieser Stelle eine Zeit lang stehen,
umringt von weiteren ihrer Engel, die in alle Richtungen in die Dunkelheit spähten.
Sie sah etwas traurig aus, und mit einer kleinen Träne, die aus ihrem Auge fiel,
umspielte ein sanftes Lächeln ihr Gesicht, als sie sagte: "Ja, dann lasst uns dieses Spiel träumen.".

Es zog mich hinaus, in eine warme Dunkelheit,
und ich erwachte, an einem Feuer sitzend.
Bei mir stand ein Krug Wein,
über dem Feuer hing eine Lammkeule,
und da warst du, neben mir, Pfeifend in der Dunkelheit.

Comments (6) Trackbacks (0)
  1. Das ist … gut…

  2. schöhne ver/einarbeitung des ganzen krams =)…denke diese…nennen wir es interpretation könnte kaschte gefallen…obwohl vllt. wäre sie auch zu lieb für ihn…aber ich mags…naja in diesem sinne nochn bissl kram aus dem lied =P…

    “Manchmal kommt die Zeit,
    Und dazu reicht ein Kuss,
    In der man sich zum Weiterleben
    Wieder einmal töten muss.
    Nach allem was mit mir geschah
    Ist mir bis heute nicht mal klar,
    Welcher von den vielen Morden
    Nun die schlimmste Hölle war.
    Die Schande meines eigenen Lebens
    Lastet schwerer als man glaubt,
    Sie ist es, die mir jedes mal
    Erneut den Boden raubt.
    War mein Finger auch am Abzug,
    War mein Bein auch schon im Grabe,
    Steht am Ende ohne Punkt und Komma doch:
    “Verdammt, ich lebe noch.”

    glg die isa…

  3. … wundervoll …

  4. Hm.. hat mich doch glatt wer gefragt, was der letzte Absatz soll ^^
    .. Ich finde, er ist ein wenig eine Überleitung..
    Es ist, als wäre das geschehene selbst auch geträumtes.
    Geträumt vieleicht, von einem Urmenschen, der in diesem Spiel grade erwacht ;)
    Ausserdem ist es etwas abgewandelt ein Zitat aus der Principia ;)

    - Hätte irgendwie nicht soviel positive Kritik erwartet, danke :P :)
    .. War zuerst recht unsicher, was ich davon überhaupt halten wollte..

  5. der letzte absatz iost die seele dieses gedichtes ;) diskordia hey hey hey….

    ne das is wirklich gut.. !

  6. und noch was…. dazu passt auch gut mohn auf weißem laken denke ich…


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