theMesh A place in the middle of the bridge to nowhere

21Aug/101

Kanäle

eine welt aus kanälen, rohren
speit menschen wie wassermassen vorbei

wörter lachen rufen schreien flüstern brüllen
ein rauschen,
dunkel, nur leises licht in den fenstern und türen
wie werbeschilder und flackernde kerzen
die wellen sind gesichter, ein kurzes aufblitzen, kaum erkennen
eine starke strömung hier
gedrückt und gezogen werden mit dem strom
schneller, schneller vorbei an den bildern
kreuzungen, der strom fließt um sich selbst herum
vielleicht ein wiedererkennen
wir werden mitgerissen
hier ist niemand etwas, wir sind die masse, die richtung
hier hast du nichts, kein ziel
aber du wirst ankommen, irgendwo ausgespieen
ein drücken auf den ohren, diese wassertiefe
und der rausch, ein taumeln im gedränge der leiber
jeder zentimeter zu fallen ein freiraum
siehst du nicht in den fenstern
kleine schwarze kammern
ein meter mal ein meter mal ein meter
eins
still.

zwölf grenzen der welt
sechs hände die dich halten
ein grund.
hier kann das wesen sich zusammenkauern, an der festen wand
ein lautes weinen in der stille, das einzig hörbare
wie ein diamant in der asche
zerschneidend klar
plötzlich so viel platz für arme und beine
eine große berührungslosigkeit, allein
eine regelmäßigkeit, ordnung
und hier stößt kein menschenmassenmonster ins unbekannte dunkel.

entlang der kanäle so viele dieser räume
und ein ertrinkender schmerz, die wellen schreien gegen die wände
zwängen sich weiter wogend durch rinnen
die nicht bersten wollen, die kammern nicht fluten.

Filed under: Main Leave a comment
Comments (1) Trackbacks (0)

Leave a comment

(required)

No trackbacks yet.