Spiegelwelten
Und erneut stehe ich zwischen den zwei Welten
Und sehe vor mir einen Spiegel, dessen Bilder einen manchmal täuschen lassen
Dich fesseln und träumend festhalten.
Hinter mir sehe ich ein gefangenes Leben voller Hektik und dunklen Türen.
Vor mir, im Spiegel sehe ich ein freies Leben
Voller neuer Energie und offen stehenden Türen.
Auch wenn ich einen Schritt nach vorne getreten bin,
befinde ich mich gerade doch immer noch zwischen diesen zwei Welten
und somit am Anfang und am Ende.
Irgendwo, nirgendwo inmitten einer großen Welt aus Gegenwart und habe doch noch nicht das Gefühl, fortan gegangen zu sein.
Nun sehe ich noch einmal zurück und drehe mich um..
Ich entdecke eine kleine und schwarze Gestalt, die mich zu sich winkt und lächelt.
Doch mein Blick wandert wieder nach vorne in den Spiegel
Dort sehe ich ein Gesicht…
Auch dieses lächelt mir zu und winkt mich zu sich.
Drehe ich mich einmal um mich selbst und schaue in die Landschaft um mich,
kann ich große und mächtige Bäume sehen.
Ihr Blätterdach ist stark und dicht, es wirft Schatten auf mich.
Den Rücken zum Spiegel gewandt bleibe ich stehen.
Nun steht das kleine Wesen gekrümmt und auf mich zeigend da..
Es lacht.
Ich drehe mich zurück zum Spiegel.
Das Gesicht bewegt sich zu einem kompletten Menschen
Er lächelt immer noch.
Ich nehme eine leise Stimme hinter mir wahr.
Das Wesen fängt an zu singen und tanzt weiter fort auf dem Weg tiefer in die Vergangenheit
Es dreht sich zu mir um – ich solle ihm folgen, bat es.
Ich solle nicht gehen flüstert nun die Stimme des Mannes.
Ich solle zu ihm kommen, ihm folgen und durch den Spiegel treten.
Er reicht mir die Hand, sein Körper dreht sich in Richtung eines hellen Lichtscheins.
Ich versuche mich wieder auf die Gegenwart zu konzentrieren
In meinem Kopf , Gedankenkreise die kein Ende finden.
Der Kopf fühlt sich schwer an.
Die Bilder, die Worte, Vergangenheit und die träumende Zukunft durchströmen
Jede noch so kleine Zelle meines Körpers und lassen diesen zu Boden sinken.
Meine Gedanken wenden sich erneut der Hinterwelt zu.
Dort liegt die Einsamkeit neben mir…
Sie ist kalt, still und so reglos.. Tränen nähren sie.
Die Gedankenkreise wenden sich nun um in die Welt des Spiegels.
Dort sehe ich mein Herz, auftauend, es schlägt.
Doch ist dies wirklich das Leben oder doch wieder nur Trugbilder des Seins, des Verlangens, der Hoffnung, die noch geblieben ist?
Ich öffne meine Augen und starre nach oben in den Himmel.
Zermürbende Gedanken fliegen um mich.
Dort oben zerreist der Wind die Wolken.
Er zerreist die Bilder von dir… und ich verliere deine Stimme, die Worte..
Alles gleitet auseinander und mein kopf füllt sich mit Leere.
Ich stehe auf und sehe noch einmal ins Dunkel.
Das kleine Schwarze ist kaum noch zu sehen, doch winkt es mir wieder zu.
Und als ich mich nun umdrehte, sehe ich den jungen Mann mir seine Schulter zudrehen.
Den Kopf zu mir neigend.
Ich sehe herunter zu mir…
Um mich herum ist es plötzlich ganz still geworden
Und ich weiß, es ist langsam an der Zeit, weiter zu gehen.
Doch gehe ich zurück, erwartet mich die Einsamkeit.
Folge ich der Stimme des Mannes und der Stimme meines Herzens,
erwartet mich vielleicht mein Leben.
Gehe ich zurück, stehe ich weit entfernt von der Sonne,
gehe ich nach vorn, stehe ich unter ihr.
doch sagen mir die Spiegelbilder die Wahrheit oder werde ich dann dort erneut stehen bleiben?
Ich kann nicht mehr hier bleiben und muss meine Füße vom Boden lösen,
denn der Wirbelsturm beginnt nun von neuem zu toben und lange Zeit ist vergangen..
Fliehe ich in die Dunkelheit,
werde ich mich verlaufen
und somit einen neuen Kreislauf eröffnen.
Fliehe ich durch das Spiegelglas, empfängt mich dann jetzt noch die Liebe, die mich bis zum Ende begleiten soll?
Meine Füße tragen mich durch den Spiegel…
Doch was geschieht jetzt?
September 7th, 2011 - 10:03
Es regnet Lachse !!!
Ein sehr schöner Text, weiter so …..